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Grüne Nachbarschaft - Morgen besser leben!

Gemeinsames Ziel der Grünen Nachbarn ist es - über die Gemarkungsgrenzen hinweg - ökologisch wertvolle Bereiche zu sichern und zu ergänzen, bäuerliche Betriebe und die regional typische Kulturlandschaft zu erhalten und siedlungsnahe Erholungsmöglichkeiten aufzuwerten und neu zu schaffen.

Im Norden der Region Stuttgart - mit etwa 2,6 Millionen Menschen einer der größten Ballungsräume der Bundesrepublik Deutschland - ist in den letzten Jahrzehnten ein wirtschaftsstarker Raum gewachsen, der seinen Bewohnern einen hohen Lebensstandard ermöglicht. Die Kehrseite der Medaille sind eine hohe Siedlungsdichte, starkes Verkehrsaufkommen, die Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrsstraßen und ein häufig beeinträchtigtes Landschaftsbild. Dies trifft auch für die Gemarkung der sechs Grünen Nachbarn - zusammen ca. 130 Quadratkilometer groß - zu.


Historische Siedlungsentwicklung in der Region Stuttgart:
Zwischen diesen beiden Abbildungen liegen nicht einmal 100 Jahre!

Die Abbildung verdeutlicht das Ausmaß der Siedlungsexpansion im Ballungsraum Stuttgart während des vergangenen Jahrhunderts. Zusätzlich wurden die verbliebenen Freiräume immer stärker zerschnitten und verkleinert, der Naturhaushalt häufig in seiner Funktionsfähigkeit beeinträchtigt. Der hohe ökologische und soziale Wert der Freiräume liegt unter anderem in der Produktion von Frischluft und Grundwasser, des weiteren sind sie Lebensraum für heimische Pflanzen und Tiere, und sie dienen den hier lebenden Menschen als Erholungsbereiche. Wegen der zahlreichen Nutzungsansprüche sind im Ballungsraum siedlungs- und verkehrsfreie Flächen ein besonders kostbares Gut - Landschaft muss multifunktional und mehrfach "nutzbar" sein.

Konzeption und Entwicklung der Grünen Nachbarschaft
Anfang der 90er Jahre präsentierte der Münchner Landschaftsplaner Hermann Grub den Kommunen rings um Ludwigsburg die Darstellung einer durchgrünten Landschaft mit Wäldern, Wiesen und Seen. Diese "Grub'sche Vision" berücksichtigte weder Besitzverhältnisse, Planungszuständigkeiten noch raumordnerische Vorgaben. Sie provozierte Erstaunen oder Entrüstung und war Anlass heftiger Diskussionen - und sie gab den Anstoß zur Gründung der Grünen Nachbarschaft im Jahre 1995.

Die beteiligten Kommunen hatten erkannt, dass die noch vorhandenen aber von vielfältigen Nutzungsansprüchen bedrängten Freiflächen im Verdichtungsraum nur durch gemarkungsübergreifende, sogenannte interkommunale Zusammenarbeit im Bereich der Freiraumplanung nachhaltig gesichert und aufgewertet werden können. Durch geeignete Maßnahmen sollen diese Freiflächen zu einem zusammenhängenden und reich strukturierten Landschaftsraum entwickelt werden.

Der Verband Region Stuttgart stellte 1994 ein Konzept zur Freiraumsicherung vor, zur Erhaltung der Schönheit und Vielfalt der Landschaftsräume rings um Stuttgart. Durch positives Erleben der Landschaft soll der Bevölkerung ein neues Wertgefühl für die Natur vermittelt werden..

Der "Landschaftspark Region Stuttgart" soll aus vielen einzelnen Elementen entstehen und langfristig ein Netzwerk bilden aus Projekten der unterschiedlichen Gemeinden und Verbände. Umsetzungsbereite Konzepte für den östlich an die Grüne Nachbarschaft angrenzenden "Neckarpark", den südwestlich an die Grüne Nachbarschaft angrenzenden "Glemspark mit Grünem Strohgäu" und einen "Filderpark" im Süden der Landeshauptstadt liegen vor. Der "Landschaftspark Grüne Nachbarschaft" ist dabei als Teil der Gesamtkonzeption "Landschaftspark Mittlerer Neckar" der Region Stuttgart zu betrachten und ist in der Umsetzung am weitesten fortgeschritten.

Auch Sie gehören zu den Grünen Nachbarn und können mitwirken!

Erfolgreich können die Ziele der Grünen Nachbarschaft vor allen Dingen durch die aktive Mithilfe der Bevölkerung umgesetzt werden.

Die Städte und Gemeinden der Grünen Nachbarschaft laden daher immer wieder zu öffentlichen Pflanzaktionen und Baumpflanzfesten ein, bei denen jeder Interessierte die Möglichkeit hat, sich aktiv zu beteiligen und sich gleichzeitig über aktuelle Projekte zu informieren.

Viele Projekte der Grünen Nachbarschaft die wir Bausteine nennen, wurden im Rahmen von öffentlichen Pflanzaktionen verwirklicht. Einen Überblick über sämtliche Projekte der Grünen Nachbarschaft und Informationen über die sechs Mitgliedskommunen enthält das laufend aktualisierte Faltblatt der Grünen Nachbarschaft im Maßstab 1 : 25.000. Sie erhalten diese Karte kostenlos in den Rathäusern der sechs Mitgliedskommunen oder bei der Geschäftsstelle Grüne Nachbarschaft. Bitte nehmen Sie doch einfach Kontakt mit uns auf. Wir schicken Ihnen die Broschüren auch gerne zu.