Landwirte übernehmen Landschaftspflegearbeiten
"Hallo Nachbar" - Aktion für mehr Toleranz beim Begegnungsverkehr auf Feldwegen
Vielfalt und Strukturreichtum unserer heutigen Kulturlandschaft sind die Folge traditioneller bäuerlicher Landnutzung (lat. cultivare = Land bearbeiten). Die dadurch entstandenen wertvollen Biotopstrukturen wie z.B. Hecken oder Kopfweiden sind im Verdichtungsraum häufig in ihrem Fortbestand gefährdet und müssen durch Pflegemaßnahmen erhalten werden, will man die Lebensräume heimischer Pflanzen- und Tierarten sichern.
Landwirte tragen dazu bei, unseren Landschaftsreichtum zu erhalten. Sie sind mit den nötigen Maschinen ausgestattet, mit den anfallenden Arbeiten vertraut, führen diese sachgerecht aus und können die Pflegetätigkeiten in den für sie weniger arbeitsreichen Wintermonaten erledigen. Somit kommt dem herkömmlichen Berufsfeld "Landwirt" neben der Produktion von Nahrungsmitteln eine anerkannte Zukunftsausgabe als Landschaftspfleger hinzu, welche bisher als selbstverständlich hingenommen und größtenteils umsonst erbracht wurde. Das Einkommen aus Naturschutzarbeiten und landschaftspflegerischen Tätigkeiten kann einen erheblichen Zuverdienst für den landwirtschaftlichen Betrieb bedeuten.
Zum Beispiel arbeiten in Bietigheim-Bissingen und Ludwigsburg Kommunen und Landwirte bei der Hecken-, Ufergehölz- und Kopfweidenpflege sowie der Erhaltung von Streuobstwiesen schon seit Jahren erfolgreich zusammen.
Weitere Informationen: Fairness Tipps (pdf, 26KB)
Was sind Landschaftspflegearbeiten?
Mahd mit und ohne Mähgutentfernung, Kompostierung von organischem Material, Pflege von Hecken und Feldgehölzen, Baumpflege, Entbuschungen, Entfernen von wildem Müll und Ablagerungen, Renaturierungsmaßnahmen, Neuansaaten von Grünland, Neupflanzung von Hecken, Gehölzen, Alleen und Obstbäumen, Neuanlage von Niststätten, Brutstätten, Laichstätten oder kleineren Gewässern.
Die Agrarstudie und weitere Kooperationen
Im Jahr 2000 beschlossen die an der Interkommunalen Freiraumplanung beteiligten Kommunen, ihre Zusammenarbeit mit den Landwirten zu intensivieren. Im Jahr 2001 ließen sie eine sogenannte Machbarkeitsstudie durchführen, um Kooperationsbereiche zwischen Kommunen und landwirtschaftlichen Betrieben herauszufinden. Vorausgesetzt, dass beide Seiten von dieser Zusammenarbeit profitieren können und die daraus entstehenden Projekte mit der übergeordneten Zielkonzeption des "Landschaftspark Grüne Nachbarschaft" vereinbar sind. Die Kommunen erhofften sich dabei die aktive Mitarbeit der Landwirte, da Vorhaben schneller realisiert werden können, wenn sie von den Landwirten als "sinnvoll" betrachtet und mitgetragen werden (sog. "bottom-up-Ansatz" einer Planung).
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie initiierten die Grünen Nachbarn auch zwei Veranstaltungen, bei denen sich die Landwirte über den Themenbereich "Kommunales Ökokonto - Ausgleichsmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen" informieren konnten.
Ergebnisse einer ebenfalls im Rahmen der Machbarkeitsstudie durchgeführten Bevölkerungsbefragung waren u.a., dass die Bedeutung der Landwirtschaft für die Nahrungsmittelproduktion und Landschaftspflege nahezu allen Befragten bewusst ist und dass die lokale Landwirtschaft - oftmals geprägt durch persönliche Kontakte - in der Bevölkerung ein positives "Image" genießt. Die positive Einstellung der Bevölkerung zur Landwirtschaft soll gefestigt werden, daher kam die Grüne Nachbarschaft dem Wunsch der Landwirte nach, sie in ihrer Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen.
Landwirtschaft und Landschaft erleben und verstehen
In Zusammenarbeit mit der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg wird für Kindergarten- und Grundschulpädagogen die Seminarreihe "Landwirtschaft und Landschaft erleben und verstehen" angeboten. Die Seminare werden durch Exkursionen zu den Bauernhöfen des "Höfeverbunds Grüne Nachbarschaft" ergänzt.
Lebensmittel direkt vom Erzeuger
Auf den von Bebauung umgebenen Wiesen und Äckern erzeugen Landwirte nach wie vor unsere Nahrungsmittel. Eine Vielzahl der bäuerlichen Erzeugnisse kann direkt auf den Höfen erworben werden. Frische und hohe Qualität der vor Ort hergestellten Lebensmittel sind neben der Einsparung von Verpackungsmaterial und Energie Vorteile des Einkaufs beim Erzeuger. Verbraucher können zudem durch ihre Nachfrage von umweltverträglich erzeugten Landwirtschaftsprodukten ressourcenschonende Produktionsweisen fördern.
Sehen Sie einfach selbst mal nach, was der Bauer zu bieten hat!
folgende Höfe befinden sich auf der Gemarkung der Grünen Nachbarschaft:
- Bernhard Schnaufer,
Schnauferhof
Lettengrube 1, 74321 Bietigheim-Bissingen
Tel: 07142/940225
- Karl Stöckle
Waldhof, 74321 Bietigheim-Bissingen
Tel: 07142/45250
- Roland Vollmer
Löchgauerstraße 13, 74321 Bietigheim-Bissingen
Tel: 07142/44223
- Markus und Kurt Geiger
Brandholzweg 3, 71691 Freiberg-Geisingen
- Rudolf Kraut
Hasenackerweg 9, 71691 Freiberg-Beihingen
Tel: 07141/707423
- Günther Würth
Hasenackerweg 7, 71691 Freiberg-Beihingen
Tel: 07141/271156
- Karl Zentmaier
Holderhof 1, 74379 Ingersheim-Großingersheim
Tel: 07142/64905
- Werner Aberle
Hag 3, 71642 Ludwigsburg-Neckarweihingen
Tel: 07141/53637
- Volker Hirsch
Asternweg 4, 71642 Ludwigsburg-Neckarweihingen
Tel: 07141/506408
- Wilfried Kleinle
Grasiger Weg 2, 71642 Ludwigsburg
Tel: 07144/4259
- Karl Rösch OHG Fruchtsaftkellerei
Kurfürstenstraße 67, 71636 Ludwigsburg
Tel: 07141/925151
- Helmut Steegmaier
Auf der Wart 10, 71638 Ludwigsburg
Tel: 07141/970160
- Sabine und Werner Escher
Friedrichstraße 1, 71686 Remseck-Aldingen
Tel: 07146/92082
- Jürgen Leutenecker
Hohe Anwand 1, 71686 Remseck-Neckargröningen
Tel: 07146/7214
- Jörg Obergfäll
Marbacherstraße 100, 71686 Remseck-Neckarrems
Tel: 07146/810811
- Rainer Walker
Ludwigsburger Steige 100, 71686 Remseck-Aldingen
Tel: 07146/90059