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Wildbienen
 

Projekt Wildbienen - Lebendige Skulpturen für unsere Grünzüge
Zum Schutz, zur Förderung, Verbreitung und Beobachtung von Wildbienen

Mit der ersten Wildbienenbaum-Gruppe für den Grünzug Pflugfelden hat die Stadt Ludwigsburg das neue Bienenprojekt der Grünen Nachbarschaft erfolgreich begonnen. Weitere Holzskulpturen für Wild- und Honigbienen sind auch im 4 ha großen Obstsortengarten, Gemarkung Tamm sowie in jeder Mitgliedskommune geplant.
Seit 1995 verwirklichen die 6 Partnerkommunen der Grünen Nachbarschaft Bietigheim-Bissingen, Freiberg a.N., Ingersheim, Ludwigsburg, Remseck a.N. und Tamm gemeinsam und über Gemarkungsgrenzen hinweg Projekte für Menschen, Natur und Landschaft. Mehr als 80 Projekte wurden bereits erfolgreich umgesetzt.

Nistmöglichkeiten für Wildbienen sind im besiedelten Raum sehr selten geworden. Mit diesem Natur-Kunst-Projekt wollen wir den Bienen helfen zu überleben und gleichzeitig den Menschen die Natur und besonders die Bedeutung der Wildbienen für uns und unsere Umwelt näher bringen.


Aufstellung der Bienenbäume im Grünzug Pflugfelden.

Als Nistplatz für Wildbienen, die, im Gegensatz zu den Staatenbildenden Honigbienen alleine, d.h. solitär leben, werden Baumstammskulpturen aus Eichenholz mit unterschiedlich großen Löchern versehen und aufgestellt. Die Bienen füllen die Nisthilfen mit den Nahrungsvorräten aus Nektar und Blütenstaub, legen ihre Eier darin ab und verschließen die Brutzellen. Die Bienenlarve ernährt sich von diesem Proviant und verlässt erst im nächsten Frühjahr die Brutzelle. Die Bienen sind auf Hohlräume angewiesen, ohne diese Niströhren können die Weibchen keine Eier ablegen.

Diese Bienenbäume ermöglichen eine neue Art der Wildbienenbehausung. Als Kunstwerk setzen sie ein Lebenszeichen und machen neugierig. Besonders die Kinder. Denn sie sind die Wildbienenschützer von morgen. Die Beobachtung der Wildbienen hilft dabei, Naturzusammenhänge und ihre Gesetzmäßigkeiten zu verstehen. Wildbienen, von denen es in Deutschland über 500 Arten gibt, suchen ihre Nahrung auf Blüten und fliegen dabei zwischen 50 und 500 m weit. Oft leben Sie nur wenige Wochen lang.

Nachdem der von der Grünen Nachbarschaft beauftragte Künstler für Elementare Gestaltung, Herr Lothar Schöneck, aus 5m langen Eichenstämmen die Bienenbaumskulpturen herausgearbeitet hat, wurden auch Kinder und Anwohner an diesem Projekt beteiligt.

Bürger können sich durch die ausdrucksvollen Holzskulpturen und Beobachtungsobjekte anregen lassen, auch im eigenen Hausgarten, auf dem Balkon, im Schulgarten oder Kindergarten kleine Nisthilfen aufzustellen und Wildpflanzen als Nahrungsquelle für Wildbienen anzusiedeln. Viele Blütenpflanzen wachsen von alleine in einem seltener gemähten Rasen-Randstreifen oder zwischen anderen Pflanzen im Blumenbeet.


Malaktion Herbst 2009 im Grünzug Pflugfelden

Nützlich sind die Wildbienen für alle, verdanken wir ihnen doch unser Obst und Gemüse. Gefährlich sind sie dagegen nicht. Wildbienenweibchen können zwar stechen, tun es in der Regel nicht, da sie kein Volk zu verteidigen haben und die Bienen nach einem Stich ihr Leben verlieren. Wildbienen sind sehr friedliche Tiere und suchen sich lieber einen neuen Nistplatz, wenn sie sich gestört oder bedroht fühlen. Es besteht also keine Gefahr für Erholungssuchende und spielende Kinder.

Was können Sie für die Wildbienen tun?
Eine gute Möglichkeit den Wildbienen zu helfen, ist die Aufstellung von Nisthilfen im Garten oder auf dem Balkon.

Anleitung für den Bau von Nisthilfen:
In unbehandeltes, abgelagertes und entrindetes Hartholz (Buche, Eiche, Esche, Akazie, Ahorn, Obstgehölze) Löcher als Niströhren bohren. Durchmesser 3-10mm, Länge etwa 5-10 cm.
Die Löcher sollten schräg nach oben in das Holz gebohrt werden, so dass Regenwasser abfließen kann. Abstand der Löcher ca. 2 cm, damit das Holz nicht reißt. Die Lochöffnungen zum Schluss mit Schmirgelpapier glätten, das Bohrmehl aus den Löchern klopfen.

Aufstellung oder feste Aufhängung der Nisthilfen an einem sonnigen Platz. Die Niströhren sollten Richtung Süden oder Südosten weisen.


Gehörnte Mauerbienen (Osmia cornuta) bei der Paarung an blühenden Weidenkätzchen. Nur das kleinere Wildbienen-Männchen hat am Kopf weiße Gesichtshaare, das Weibchen ist dunkel und deutlich größer.

Pflege benötigen die Wildbienennisthilfen keine. Die Insekten säubern die alten Nester selbst und beziehen diese dann wieder neu. Wichtig ist es, die Nisthilfen auch im Winter draußen zu lassen. Erst im darauffolgenden Frühjahr schlüpfen die jungen Bienen und freuen sich über viele Blütenpflanzen in der Nähe.

Angst ist unbegründet, da alle Wildbienen äußerst friedliche Tiere sind, die auch nicht vom Kuchen naschen...

Mit den ersten warmen Frühlingstagen erwacht auch das Leben in den Gärten und Grünzügen. Besonders an den verschiedenen Weidenarten finden die Wildbienen reichlich Nektar und Blütenpollen. Nach der Paarung suchen sich die Wildbienen Weibchen einen Nistplatz. Hat sie einen geeigneten Hohlraum gefunden, beginnt sie zuerst, Proviant in das Nest zu bringen. Erst dann beginnt die Eiablage.

Im Außer Weiden (Salix-Arten) bieten auch weitere heimische Blütengehölze den Wildbienen Nahrung, z.B. Weißdorn (Crataegus), Schlehe (Prunus spinosa), Spitzahorn (Acer platanoides) und Feldahorn (Acer campestre), Wildrosen (Rosa Arten) und alle Arten von Obstgehölzen und Beerenstäuchern.