Naturnahe Pflanzungen –
Lebendig und naturnah, es kann so einfach sein


naturnahe_pflanzungen_1Vorteile naturnaher Gärten

Naturnah bedeutet nicht nur Wildnis ohne Struktur. Ein Naturgarten kann repräsentativ und attraktiv sein. Schnörkellos und gradlinig. Oder geschwungen, verspielt, ohne gerade Kanten. Das ist reine Geschmackssache.
Ob ein Garten ein naturnaher Lebensraum ist, kommt in erster Linie auf die verwendeten Pflanzen und auf die Pflege an. In einem Naturgarten wachsen Pflanzen, die optimal an ihren Standort und an unser Klima angepasst sind. Dadurch sind sie pflegeleicht und noch viel wichtiger: Naturnahe Pflanzen bieten unseren heimischen Tierarten den geeigneten Lebensraum und Nahrung.

Was bedeutet pflegeleichte UND naturnahe Pflanzung?
Pflegeleicht heißt, dass Pflanzen, die optimal an ihren Standort angepasst sind, wenig Zeit für Pflege beanspruchen. Standortgerechte Pflanzen benötigen weder Winterschutz noch Torf um prächtig zu gedeihen. Sie sind robust und erfreuen uns viele Jahre lang, da sie an unsere Jahreszeiten gut angepasst sind.
Bei Stauden ist ein Schnitt im Frühjahr als Pflegemaßnahme ausreichend.
 

Wann ist ein Garten naturnah
Kennzeichnend für einen naturnahen Garten sind neben der leichten Pflege auch die verblüffende und dennoch harmonische Vielfalt an Formen, Farben und Düften. Auch die Gesundheit der Pflanzen und ein stabiles ökologisches Gleichgewicht sind das Resultat naturnaher Gärten. Und das Beste am naturnahen Garten: Der jahreszeitliche Wechsel von Blüten, Früchten und Laubverfärbung erfreuen immer wieder aufs Neue und machen jede Jahreszeit zu einem besonderen Erlebnis.

naturnahe_pflanzungen_2Die gekonnte Zusammenstellung verschiedenster standortgerechter und naturnaher Gehölze, Stauden und Zwiebelpflanzen sowie die Verbindung zwischen Stein, Wasser und Boden machen den Unterschied zu willkürlichen Ansammlungen unterschiedlichster Pflanzen und Materialien. Laubhecken, Laubbäume, Sträucher, Wiesenbereiche, ein kleiner Teich, Steinhaufen, Kräuterbeet oder schattige Bereiche bringen Abwechslung in den Garten.

naturnahe_pflanzungen_3Naturnah heißt auch offen für Veränderung und die Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Für Menschen und auch für die bei uns heimischen Kleintiere, Vögel und Insekten, ist ein Naturgarten ein wahres Paradies. Hier finden die nützlichen Tiere Nahrung und Lebensraum. Es summt und zwitschert, blüht und duftet! Wasser im Garten trägt zusätzlich zur Entspannung bei und regt das ganze Jahr über zu Naturbeobachtungen an.

naturnahe_pflanzungen_4In solchen Gärten wollen wir Erholung finden, entspannen, spielen, experimentieren, beobachten, ernten, erleben. Für Kinder bedeutet das auch: lernen, mit der Natur umzugehen, abwechslungsreiche, lebendige und harmonische Vielfalt zu erleben, Naturzusammenhänge begreifen und glücklich den Moment genießen.

Gärten ganz klassisch: Symmetrie im Grundriss erzeugt Harmonie
Spiegelbildlich angeordnete Gärten, regelmäßige Muster und geometrische Formen wirken harmonisch und strahlen Ruhe aus. Auch hier kann die Pflanzung von naturnahen Stauden und Gehölzen besonders reizvoll sein.

Formale, aber nicht strenge Gartenaufteilung
Wie bei der Gestaltung eines symmetrischen Gartens sind Linien klar definiert, aber nicht unbedingt spiegelbildlich ausgerichtet. Konturen werden z.B. durch Pflasterstreifen oder niedrige Hecken hervorgehoben. Spannende Akzente können hier durch das Zusammenspiel zwischen geraden Linien und einer lockeren, naturnahen Pflanzung erzeugt werden.

Schmale Gärten
Ein schmales Gartengrundstück, wie es oft bei Reihenhäusern anzutreffen ist, kann durch Unterteilung in Teilräume gegliedert werden. Gerade in kleinen Gärten ist es wichtig, mit Licht und Farben ein Gefühl der Weite zu erzeugen. Statt Nadelgehölzen bieten sich hier besonders Gräser, Stauden und Laubgehölze an. Schon die Pflanzung eines kleinen Laubbaums kann einem Sitzplatz stark aufwerten und räumlich einbinden.

Einfache Pflege eines Naturgartens:
Ist ein Naturgarten gut geplant und durchdacht, genießen auch wir Menschen die Vorteile dieser Gartenform. Viele Arbeitsschritte entfallen in einem lebendigen Naturgarten, nur die Freude an den Blüten, Farben, und Düften nimmt zu.

Die größten Vorteile naturnaher Gärten auf einen Blick:
– mehr Lebendigkeit, zahlreiche Bienen, Schmetterlinge und andere nützliche Insekten sowie unterschiedlichste Vogalarten besuchen den Garten das ganze Jahr über

– Geringe Kosten, dafür mehr Freizeit durch reduzierten Pflegeaufwand: weniger gießen, mähen, düngen, jäten, seltener Heckenschnitt, weniger neue Pflanzen kaufen, keinen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, keinen zusätzlicher Winterschutz notwendig, keine Spezialerden oder Torfprodukte notwendig.

– ein Beitrag zum Umweltschutz durch mehrjährige Stauden und Gehölze. Die Vermeidung einjähriger Pflanzen spart Energie, verringert die Menge an bedenklichem Plastikmüll und schützt die ökologisch und klimatisch wertvollen Moore.

– farbenfrohe Blütenvielfalt

– leckere und gesunde Früchte für Menschen und Tiere

– Beschattung im Sommer und ein angenehmes Mikroklima

– Farbenfrohe Herbstfärbungen

– Laubbäume und Sträucher lassen im Winter die Sonne in den Garten.

naturnahe_pflanzungen_5Probieren Sie es aus
Pflanzen Sie Laubgehölze statt Nadelgehölze. So bekommt Ihr Haus und Ihr Garten auch im Winter Licht und Sonne. Naturnahe Laubgehölze sind zwar nicht immergrün, dafür wechseln sie ständig ihr Aussehen und erfreuen uns mit Blüten, Früchten und einer beeindruckenden Herbstfärbung. Vögel, Insekten, Igel und Käfer fühlen sich hier besonders wohl.

Unter Laubgehölzen können Sie das Laub einfach liegen lassen. So gedeihen hier zahlreiche Blumenzwiebelpflanzen prächtig. Als Frühlingsboten sollten diese in keinem Garten fehlen.

Rasen: einfach seltener mähen, z.B. in Randbereichen oder im Rasen kleine Inseln mit Wildblumen wie die hübschen Gänseblümchen oder Günsel stehen lassen. Vertikutieren können Sie sich auf diesen Flächen sparen.

Laub: unter Sträuchern liegen lassen. Das ist gut für Blumenzwiebelpflanzen und bietet Nahrung und Versteckmöglichketen für Igel, Vögel und Insekten.

Licht: Am besten den Garten am Abend dunkel lassen und auf Solargartenleuchten und LED-Lichter verzichten. Vögel und Insekten danken es Ihnen!

Laubsauger
: benötigen Sie in einem Naturgarten nicht. Das Laub unter Sträuchern dient als natürlicher Bodenschutz und Dünger für die Gehölze und Blumenzwiebelpflanzen. Auch zahlreiche Tier- und Insektenarten finden hier Unterschlupf. Der Einsatz von Laubsaugern tötet zudem sehr viele Kleinstlebewesen.

Torfprodukte sind unnötig, teuer und vernichten die letzten Moore: stattdessen in Sand oder abgemagerte Substrate pflanzen. Statt einjähriger Sommerblumen langlebige Stauden pflanzen. Das spart jedes Jahr aufs Neue Zeit und Geld und ist gut für die Bienen.

Dünger
benötigen Sie für naturnahe Pflanzungen nicht zusätzlich. Eine Ausnahme bilden die Obstbäume. Sie können im Frühjahr organischen Dünger, der langsam seine Wirkung entfaltet, an den Obstgehölzen ausbringen.

Im Rasenpflaster Kräuter dulden. Mit der Zeit wachsen hier ganz alleine Thymian, Nelken und andere Trockenheitsliebende Pflanzen. Freuen Sie sich an den Blüten und an den zahlreichen Insektenbesuchen.

Offener Boden in der Sonne:
hier können Sie Blumensamen einsäen oder warten, was bald von alleine blüht

Ungefüllte Blüten: Achten Sie bei der Auswahl der Pflanzen auf ungefüllte Blüten, so helfen Sie den nützlichen Insekten.
Besonders Kräuterpflanzen wie Thymian, Majoran, Minze, Bergbohnenkraut, Salbei, Ysop, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Salbei oder Rosmarin sind reiche Nektar- und Pollenlieferanten und locken Bienen und Hummeln in Ihren Garten oder auf Ihren Balkon.

Immergrüne Pflanzen
: trennen Sie sich von einem Teil Ihrer Kirschlorbeer- und Thuja Pflanzen und ergänzen Sie die Pflanzung mit naturnahen, insektenfreundlichen Laubgehölzen. Lassen Sie sich von der Wirkung überraschen. Ist genug Platz vorhanden, können Sie auch Laubgehölze vor die immergrüne Hecke pflanzen.

Exotische Pflanzen
im Garten benötigen meist einen speziellen Boden und sind weniger robust und winterhart als standortgerechte Pflanzen. Manche wuchern auch kräftig wie z.B. Bambus. Suchen Sie statt dessen heimische oder naturnahe Pflanzen aus, die an unser Klima und unsere Böden angepasst sind. Auch für die Tierwelt sind naturnahe Pflanzen viel wertvoller, da diese Pflanzen erst die Insekten- und Vogelvielfalt ermöglichen und fördern. naturnahe_pflanzungen_6

Stellplätze die mit Rasenpflaster befestigt sind, lassen Niederschlagswasser versickern und heizen sich im Sommer weniger stark auf als asphaltierte Stellplätze. Falls genug Platz vorhanden ist, spendet ein Laubbaum zusätzlich Schatten in der warmen Jahreszeit.

Flachdach: diese Dachform lässt sich gut mit einer extensiven Dachbegrünung beleben. Vorteile sind Abkühlung im Sommer und Rückhaltung von Niederschlagswasser. Thymian, Kartäusernelken, Schnittlauch und andere Laucharten und Gräser, Sedum und Dachwurz sind sehr genügsam und die Blüten bieten reichlich Bienennahrung. Eine einfache Möglichkeit, zusätzlich die Artenvielfalt auf einem extensiv begrünten Dach zu erhöhen bietet Totholz. Abgestorbene, dickere Äste und Stammstücke speichern wie ein Schwamm das anfallende Niederschlagswasser und kühlt zusätzlich. Zahlreichen Kleinstlebewesen leben in und mit dem abgestorbenem Holz.

Fassadenbegrünung: auch diese Begrünungsform schafft neue Lebensräume und sorgt für viel Abwechslung. Ganz besonders wohltuend für Menschen ist der Temperatursenkende Effekt in den heißen Sommermonaten. Die Beschattung durch das Laub verhindert eine starke Aufheizung der Gebäudewände und wirkt sich positiv auf das Mikroklima in der Umgebung des Hauses aus. Auch Sitzplätze können durch Rank- und Kletterpflanzen wohltuend beschattet werden.
Lassen Sie sich beraten, es gibt viele Möglichkeiten mit Schlingpflanzen oder selbst kletternden Pflanzen grüne Wände und eine angenehme Umgebung zu schaffen!

Holz- und Steinhaufen: lassen Sie in Ihrem Garten in einem Randbereich Äste, Zweige und Steine liegen. Hier stört es nicht. So leicht schaffen Sie Lebensräume für zahlreiche nützliche Kleintiere, die hier Unterschlupf finden.


Mut zur Jahreszeit
Können Sie an einer Thuja-Hecke erkennen, ob es Frühling oder Herbst ist?
Leider nicht. Diese Pflanzen, wie viele andere, nicht heimische Pflanzen, sehen das ganze Jahr über gleich aus. Immergrün und leider auch immer gleich.

Ergänzen Sie einfach Ihre Pflanzung mit Laubgehölzen und Pflanzen mit ungefüllten Blüten wie z.B. Felsenbirne, Schneeball, Eberesche, Wildrosen, Kornelkirsche, Holunder, Zierapfel, Johannisbeersträucher oder jede Art von Obstbäumen (Mirabelle, Zwetschge, Kirsche, Birne, Apfel…). Es gibt so viele Möglichkeiten und diese Gehölze sehen zu jeder Zeit gut aus. Zusätzlich lassen sie uns die Jahreszeiten intensiv erleben und schenken uns wiederkehrende Freude, Farbe und leckere, unbehandelte Früchte in Bio-Qualität. Als Zugabe holen Sie sich mit Beeren und Hagebutten kostenloses und gesundes Vogelfutter in den Garten. Das Gebüsch dient Vögeln als Versteck, Nistplatz und Lebensraum.

Und so sieht der Jahresverlauf mit naturnaher Bepflanzung aus:
Im Frühjahr sprießt das erste, zarte und saftige Grün, gefolgt von duftenden Blüten und essbaren Blättern, wie z.B. von Gartenkräutern.
Im Sommer reifen die unterschiedlichsten Früchte heran, manche, wie die Johannisbeeren lassen sich schon jetzt ernten.
Der Herbst belohnt Mensch und Tier mit leckerem und gesundem Obst, Gemüse, Nüssen und einer kunterbunten Herbstfärbung jedes Jahr aus Neue.
Im Winter ist noch lange nicht Schluss. Nun zeigen die kahlen Laubgehölze ihre Rindenfärbung und -Struktur. Auch die verblühten Gräser und Stauden haben einen ganz besonderen Auftritt durch die unterschiedlichen Formen und Farben der Samenstände und strahlen wohltuende Ruhe aus. Jetzt lassen sich prima Vögel beobachten, die hier immer noch Nahrung und Versteckmöglichkeiten finden.
So klingt ein Jahr aus und schon zu Beginn des neuen Jahres zaubern uns die ersten Blüten von Schneeglöckchen, Winterling und Winterschneeball ein Lächeln ins Gesicht!

Lassen Sie sich überraschen, von der Lebenskraft Ihrer naturnahen Pflanzen. An einem ungestörten Standort bilden Frühjahrsblüher wie Krokusse, Schneeglöckchen, Wildtulpen oder Winterlinge von ganz alleine schöne Blütenteppiche aus die keinerlei Pflege benötigen. Nur unter Koniferen wachsen sie nicht. Ein Grund mehr, laubabwerfende, naturnahe Gehölze in den Garten zu pflanzen.

Gefüllte Blüten: Der Schein trügt – vor allem die Insekten
Die vollen Blüten locken mit ihrer Pracht Insekten, Bienen und Hummeln an, spenden diesen jedoch keine Nahrung.

Auch Exoten und gezüchtete Hybride wie die Forsythie erfreuen nur die Menschen im Frühjahr mit einer reichen Blüten, für unsere Bienen sind diese Blüten leider wertlos, da sie keinen Nektar produzieren. Und auch Vögel fressen mit Vorliebe Früchte heimischer Pflanzen statt Kirschlorbeer-Früchte.

Ein bisschen Unordnung für den Igel
Mit Laubresten, Reisig oder Schnittgut von Hecken und Sträuchern lassen sich prima Igelplätze schaffen. Suchen Sie eine geschützte Stelle Ihres Gartens aus und sammeln Sie dort das Schnittgut auf einem ungeordneten Haufen. Zusätzlich können Sie auch ein Igelhäuschen unter den Schnittguthaufen stellen.

Schmetterlinge lieben Brennnesseln
Rund 30 Schmetterlingsarten können Sie einfach Lebensraum schenken, in dem Sie Brennnesseln, dort wo sich nicht stören, in Randbereichen des Gartens stehen lassen. Brennnesseln dienen Schmetterlingen wie Tagpfauenauge, Admiral oder Landkärtchen als Nektarquelle, zur Eiablage und als Futterpflanze für ihre Raupen.

Trockenmauern statt Pflanzsteine
Möchten Sie in Ihrem Garten Höhenunterschiede ausgleichen, bietet eine Trockenmauer aus locker geschichtetem Naturstein viele Vorteile gegenüber Beton Pflanzsteinen aus dem Baumarkt. In den breiten Fugen der Trockenmauern siedeln sich Kräuter und Wildblumen an. Sogar Eidechsen und andere kleine Tiere finden an warmen Trockenmauern einen neuen Lebensraum und einen Platz an der Sonne.


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